In den Fängen der Buchmafia – Die Abzockmasche mit den teuren Büchern

Sammlung alter Bücher
Alte und wertvolle (?) Bücher (Urheber: blende12, Quelle: Pixabay)

Senioren sind in unserer Gesellschaft bekanntermaßen leichte Beute für Betrüger. Dafür gibt es mehrere Gründe. Viele Rentner sind nicht besonders technikaffin oder ihnen fehlen schlicht und ergreifend die Vergleichsmöglichkeiten im Internet. Außerdem überfordern sie riesige Vertragskonstrukte und komplizierte Formulierungen. Mit rechtlichen Winkelzügen und Fallen, die schon für jüngere Menschen schwer zu verstehen sind, kennen sie sich noch weniger aus. Erschwerend kommt hinzu, dass sie in der Regel Fremden allgemein zu viel Vertrauen entgegenbringen. Dies wurde inzwischen sogar durch eine Studie der Universität von Kalifornien belegt.

Anstatt älteren Menschen helfend unter die Arme zu greifen und sie zu unterstützen, nutzen skrupellose Individuen ihre Schwächen schamlos aus. Mit immer neuen Maschen versuchen sie, sich an ihnen zu bereichern. Sei es durch den Verkauf von minderwertigen, überflüssigen oder völlig überteuerten Produkten, durch Knebelverträge oder gar ohne jegliche Gegenleistung unter Vortäuschung falscher Tatsachen (Enkeltrick, falsche Polizisten). Wer unbekannten Anrufern und Besuchern nicht mit Misstrauen begegnet, der kann leicht große Geldsummen verlieren und sich sogar hoch verschulden.

Eine ziemlich perfide Masche wurde vor kurzem in unserer Verwandtschaft abgezogen. Sie ist besonders heimtückisch, da die Betrogenen sich gut betreut fühlen und keinerlei Verdacht hegen. Deshalb werden Angehörige und Bekannte meist nur zufällig und viel zu spät darauf aufmerksam. Es geht um die Machenschaften einer fast unüberschaubaren Anzahl von zwielichtigen Firmen, die Rentnern maßlos überteuerte Bücher andrehen. Die geprellten Käufer ahnen nicht, dass die teuer anmutenden Schwarten nur einen Bruchteil des vermeintlichen Wertes haben und niemals zum Kaufpreis oder gar mit Gewinn weiterveräußert werden können. Sie werden zum Spielball der skrupellosen Geschäftemacher, die sie untereinander weiterreichen und bis auf den letzten Cent ausnehmen. Aber wir sollten von vorne beginnen…

Sammlung alter Bücher
Alte und wertvolle (?) Bücher (Urheber: blende12, Quelle: Pixabay)
Wie finden die dubiosen Vertreter ihre Opfer?

Diese Betrugsmasche richtet sich gegen ältere, gebildete Menschen, die gern lesen und vielleicht schon eine umfangreiche Buchsammlung besitzen. Idealerweise haben sie wenig Erfahrung mit dem Internet oder stehen ihm sogar ablehnend gegenüber. Jetzt stellt sich natürlich als erstes die Frage, wie die zwielichtigen Buchverkäufer an ihre Adressen oder gar Telefonnummern kommen. Schließlich macht diese spezielle Zielgruppe ihre Hobbys weder in sozialen Medien noch in Internetforen publik.

Unsere Verwandten waren eine Zeitlang Mitglieder von Club Bertelsmann. Im Rahmen ihrer Mitgliedschaft kauften sie diverse Bücher, so zum Beispiel eine Geschichtslexikothek. Der Club stellte 2014 seinen Direktvertrieb ein und die Daten seiner Kunden liegen seither in den Händen der Tochterfirma immediaONE, die schon zu Zeiten der Übernahme kein unbeschriebenes Blatt mehr war. Ihre Vertreter waren bereits mehrfach wegen dubioser Praktiken in die Kritik geraten. Es ging dabei interessanterweise auch schon um den Verkauf von überteuerten Büchern als Wertanlage. Die Sat.1-Sendung „akte“ berichtete seit 2011 mehrfach über solche Fälle. ImmediaONE reagierte damals dahingehend, sich von den entsprechenden Verkäufern zu distanzieren. Angeblich würde das Versprechen von Wertsteigerungen gegen die Richtlinien der Firma verstoßen.

Laut eigenen Angaben sind seit 2014 keine offiziellen Verkäufer der Firma oder irgendwelcher Nachfolgefirmen unterwegs. Leider muss aber zumindest ein Teil der Daten der etwa 25 Millionen Mitglieder des Clubs in falsche Hände geraten sein. Wie das genau passiert ist, kann heute keiner mehr sagen. Die beteiligten Firmen bestreiten vehement ein Datenleck, eine Veruntreuung oder einen Weiterverkauf. Es können sich aber auch ehemalige Vertreter ohne das Wissen der Firma mit den Kundendaten eine goldene Nase verdient haben.

Vorsicht vor dem freundlichen Medienberater

Fakt ist, dass heute eine Vielzahl von Firmen und Einzelpersonen unberechtigterweise Zugriff auf Adressen, Telefonnummern und die erworbenen Medien der Clubmitglieder haben und dieses Wissen zu ihrem Vorteil nutzen. Fakt ist auch, dass immediaONE inzwischen sogar auf der eigenen Website vor den Praktiken von Vertretern falscher Nachfolgefirmen warnt. Zitat: Wir besuchen unsere Kunden niemals persönlich! Beratung bzw. Verkauf findet zu Hause nicht mehr statt. Diese Anrufer und Besucher handeln nicht in unserem Auftrag. Wenn Sie wie oben beschrieben kontaktiert werden, dann ist anzunehmen, dass diese Personen versuchen, unsere langjährige Kundenbeziehung und Ihr Vertrauen für eigene Zwecke auszunutzen. Unser Ratschlag: Seien Sie vorsichtig. Lassen Sie solche Personen nicht in Ihre Wohnung und unterschreiben Sie nichts unter Zeitdruck. Schade ist nur, dass die Warnung nur bei den Kunden ankommt, die einen Internetzugang haben und die Website besuchen. Ein warnendes Rundschreiben an alle ehemaligen Kunden von Club Bertelsmann wäre die bessere Variante gewesen.

Trotz immer wieder anderer (aber trotzdem erstaunlich ähnlicher) Firmennamen wie WK Wertkontor GmbH, DOMI Exclusiv, Krönung Exklusiv GmbH, NSW Exklusiv GmbH, Bibliophilie Exklusiv GmbH und Media Exklusiv GmbH ist die Vorgehensweise immer sehr ähnlich. Die ahnungslosen ehemaligen Bertelsmann-Kunden erhalten Anrufe von ihnen völlig unbekannten Unternehmen. Diese geben sich als legitime Nachfolger des Clubs oder einer anderen Firma aus, mit der die Opfer Kontakt hatten. Zunächst bauen die Vertreter mit ihren Kenntnissen über die bereits erworbenen Bücher Vertrauen auf. Häufig wird der immense Wert der Sammlung hervorgehoben, aber gleichzeitig darauf hingewiesen, dass noch ein paar Werke fehlen. Ohne diese sei sie nicht vollständig und damit für Sammler uninteressant. Man gibt sich aber auch hilfsbereit und bietet an, die Sammlung professionell begutachten zu lassen oder bei ihrem Verkauf zu helfen.

Ist der Fuß erst einmal in der Tür…

Es geht aber letztendlich nur darum, dass die Opfer einem Vertreterbesuch zustimmen. Dafür wird eben auch gern das Blaue vom Himmel versprochen. Am Ende tauchen immer Haustürverkäufer auf, die sich zwar hochtrabend Medienberater schimpfen, aber keine echte Beratung im Sinn haben. Ihre Aufgabe ist es, hochwertige und deshalb auch teure (mitunter auch schamlos überteuerte) Faksimiles an den Mann oder die Frau zu bringen. Dafür bezahlt man sie, und angeblich bekommen sie auch nur Geld, wenn sie Vertragsabschlüsse vorweisen können, zumindest wenn man der häufig verwendeten Mitleidsmasche wirklich Glauben schenken will.

Bei echten Faksimiles handelt es sich um originalgetreue Nachbildungen historischer Dokumente wie alter Bibeln, Chroniken oder Handschriften. Originalgetreu bedeutet, dass die gleichen Materialien und Herstellungsmethoden aus der Zeit des Originals zum Einsatz kommen müssen. Die Anfertigung ist dementsprechend aufwendig und teuer. Deshalb werden Faksimiles nur in limitierter Anzahl produziert. Mindestens 1000 Euro sollen für so einen Wälzer hingelegt werden. Besonders spezielle Exemplare können aber auch schon einmal den Preis eines Kleinwagens haben.

Wer einen dieser Vertreter in die Wohnung lässt, hat meist schon verloren. Die seriös wirkenden Damen und Herren sind so perfekt geschult, dass Sie die Wohnung eines Opfers in den meisten Fällen nicht ohne eine Unterschrift auf einem Kaufvertrag verlassen. Sie scheinen auch psychologisch bewandert zu sein und passen ihre Strategie immer an den jeweiligen Kunden an. Die Hausierer schrecken auch nicht davor zurück, andere Firmen wie immediaONE, die durch das Fernsehen negativ bekannt wurden, als Betrüger und schwarze Schafe der Branche zu brandmarken und sich von ihnen zu distanzieren, um den Opfern Seriosität vorzugaukeln. Am liebsten sind ihnen Kunden ohne Internetanschluss, da diese keine Möglichkeiten haben, getroffene Aussagen (bei denen es sich meist um schamlose Lügen handelt) nachzuprüfen.

Hier einige der typischen Maschen, die verwendet werden, um die Senioren zum Unterschreiben zu nötigen.

Der angebliche Schatz

Die Vertreter lassen sich die bereits erworbene Büchersammlung zeigen. Ein Antiquar würde dafür zumindest etwas Zeit und wahrscheinlich auch spezielles Equipment benötigen, aber die Medienberater erkennen scheinbar auf den ersten Blick den genauen Wert der Werke. Sie reden den Eigentümern ein, dass sie auf einem wahren Schatz sitzen, weil Bücher aktuell wieder mehr gefragt sind und genau diese hier für Sammler einen enormen Wert hätten. Dies dient in erster Linie dazu, die Opfer in Euphorie zu versetzen, damit sie den Buchangeboten aufgeschlossener gegenüberstehen. So manch ein findiger Verkäufer wirft auch gleich mit aus den Fingern gesogenen Preisen um sich. Je höher, desto eher macht der Kunde ein paar Tausender für ein weiteres Faksimile locker.

Wenn die Opfer erst einmal vom Wert ihrer Sammlung überzeugt sind, kann der Verkäufer zum nächsten Schritt übergehen. Zur Komplettierung der Sammlung werden angeblich spezielle Einzelstücke wie die genannten Faksimiles benötigt. Manche gehen sogar soweit, zu behaupten, dass sich die Sammlungen sonst nur weit unter Wert oder gar nicht verkaufen lassen. Zum Teil wird auch mit Abschluss- oder Echtheitszertifikaten gelockt, die für den Verkauf unerlässlich seien.
Diese Aussagen entbehren jeglicher Logik. Man muss sich nur einmal in die Lage eines potenziellen Käufers versetzen. Wenn dieser auf der Suche nach einer Brockhaus-Enzyklopädie oder einer Geschichtslexikothek des 20. Jahrhunderts ist, warum sollte er sich dann zusätzlich ein Faksimile zulegen wollen, das mit dieser thematisch überhaupt nichts zu tun hat (alte Bibeln, Märchensammlungen, historische Stadtkarten aus dem Mittelalter etc.) und teurer als die gesamte Sammlung ist. Andersherum kauft sich ein Interessent für ein Faksimile keine riesige Enzyklopädie als zusätzlichen Beifang mit. Ein Blick auf Auktionsplattformen wie Ebay und Hood bestätigt dies. Die Zertifikate sind ebenfalls reiner Schwindel, denn die Echtheit einer legal erworbenen Enzyklopädie muss nicht von dubiosen Firmen zusätzlich bestätigt werden. Im Zweifelsfall erledigt das ein Antiquar für wesentlich weniger Geld.

Die falsche Wertanlage

Die verkauften Faksimiles werden als sichere Wertanlagen angepriesen, die innerhalb kürzester Zeit enorm an Wert zulegen, sodass man sie schon wenige Monate später viel teurer wieder loswerden kann. Diese alte Lüge, über die schon „akte“ berichtet hat, wird gnadenlos weiterverwendet. Man sollte bei solchen Aussagen stutzig werden. Wenn diese Preiserhöhungen wirklich realistisch wären, warum verkauft man die Bücher dann jetzt und nicht in ein paar Monaten? Wenn sie auf der Buchmesse zu höheren Preisen reißenden Absatz fänden, warum schickt man dann Verkäufer zu beliebigen Privatpersonen anstatt sie dort viel einfacher und teurer zu verkaufen? Schließlich müsste doch jeder Firma daran liegen, den maximalen Gewinn aus einem Verkauf zu ziehen.

Liest man sich die unterschriebenen Verträge genauer durch, dann findet man dort sogar einen Passus, in dem explizit darauf hingewiesen wird, dass Faksimiles als Wertanlagen völlig ungeeignet sind. (Zitat: Der Kauf eines limitierten Faksimiles zur Kapitalmaximierung bzw. /-anlage ist jedoch nicht zu empfehlen.) Laut weiterem Text muss der Medienberater die Kunden auch eingehend zu diesem Punkt aufklären. So weit geht die Beratung aber scheinbar nicht, da es sonst kaum noch Abschlüsse gäbe. Anders lässt sich nicht erklären, dass die Betrogenen immer wieder der Meinung sind, eine sichere Wertanlage getätigt zu haben.

Unrealistische Preise oder sogar Wucher?

Wer über die teilweise fünfstelligen Summen stolpert, der wird gern darauf verwiesen, dass es sich um Sammlerstücke und Anfertigungen in limitierter Stückzahl handelt. Da nur wenige Exemplare verfügbar sind, aber eine hohe Nachfrage besteht, gehen die Preise in die Höhe. Hier steckt allerdings ein Denkfehler oder einfach eine perfide Masche einer ganzen Branche dahinter. Laut Erfahrungsberichten und Warnungen der Verbraucherschützer im Internet scheinen die Faksimiles sehr oft Leuten aufgeschwatzt zu werden, bei denen es sich aber nicht um wirkliche Sammler handelt. Schon die Tatsache, dass die Medienberater häufig auf die hier aufgeführten Tricks und Kniffe zurückgreifen müssen, ist ein Indiz dafür, dass die Nachfrage nach Faksimiles nicht so hoch ist, wie die Verkaufszahlen vermuten lassen. Hinzu kommt, dass ein Großteil der beschwatzten Käufer sie eigentlich nur schnell wieder loswerden will. Es ist also nicht verwunderlich, dass die Schwarten nur zu einem Bruchteil des Kaufpreises weiterveräußert werden können.

Eine bleibende Erinnerung?

Grundsätzlich versuchen die Medienberater erst einmal mehr oder minder auffällig, Daten über die Kunden zu sammeln. So interessieren sie sich zum Beispiel dafür, ob und wie viele Kinder und Enkel existieren. Was für die Senioren wie harmloser Smalltalk aussieht, hat aber ganz andere Hintergründe. Potenzielle Erben, denen die Opfer wohlgesonnen sind, bieten die Möglichkeit, die Faksimiles als wertvolle Hinterlassenschaft zu bewerben. Die Verkäufer malen den alten Leuten in den schillerndsten Farben aus, wie die Freude über den gefundenen Schatz die Hinterbliebenen über den Schmerz des Verlustes hinwegtröstet. Sie könnten die Werke als bleibende Erinnerung an den Verstorbenen aufbewahren oder für gutes Geld verkaufen.

Diese Masche hat noch einen zweiten Nutzen. Die Opfer sollen davon überzeugt werden, ihren Verwandten und Bekannten nichts von ihren kostspieligen Erwerben zu berichten. Den Abzockern ist durchaus bewusst, dass besonders die jüngere Generation ihren lukrativen Geschäften schnell ein jähes Ende setzen kann. Kinder oder Enkel würden den Schwindel eher durchschauen oder sich zumindest im Internet zu den Firmen und den Faksimiles belesen.

Die Wahrheit ist, dass ein solches Erbe nur Ärger und Stress verursacht. Da die Wälzer erst einmal irgendwo untergebracht werden müssen, wird der erste Impuls häufig sein, sie schnellstmöglich zu veräußern. Beim professionellen Antiquar oder den privaten Verkaufsversuchen kommt dann schnell die Ernüchterung, denn angemessene Verkaufspreise lassen sich nur in den wenigsten Fällen erzielen. Alternativ bleibt die Möglichkeit, über den Rechtsweg die Kaufverträge einzeln rückgängig zu machen, was aber nicht einfach ist und erst einmal zusätzliche Kosten verursacht (siehe unten). Wem Zeit, Geld und Nerven dafür fehlen, der verramscht die überteuerten Bücher am Ende doch zum Schleuderpreis, nur um sie endlich loszuwerden. Als Erinnerungsstücke wird sie sicher niemand aufheben wollen. Sie würden den Erben nur jeden Tag aufs Neue daran denken lassen, wie dreist seine Eltern oder Großeltern um ihre wohlverdiente Rente und ihre Ersparnisse gebracht wurden.

Eine Personalisierung, die nur dem Verkäufer nützt

Häufig wird, gerade um den Erinnerungswert für Hinterbliebene zu erhöhen, den Kunden auch gleich noch eine persönliche Widmung oder anderweitige Personalisierung ihres Produktes empfohlen. Hiervon kann man nur dringend abraten. Eine solche Zusatzoption hat nur für die verkaufende Firma einen Nutzen. Eine Personalisierung schmälert unter Umständen sogar den eventuellen Wiederverkaufswert noch weiter. Ein potenzieller Sammler erwirbt doch kein Faksimile, das der Familie X aus Y gewidmet wurde, besonders wenn es noch Exemplare ohne Personalisierung direkt bei Fachhändlern im Internet zu kaufen gibt. Außerdem sorgt eine solche Zusatzoption dafür, dass der Vertrag nicht nachträglich widerrufen werden kann, und auch die Rückabwicklung eines derartigen Vertrages ist deutlich schwerer. Natürlich sind gerade Goldprägungen etc. trotz all der genannten Nachteile mit entsprechenden zusätzlichen Kosten verbunden.

Die nicht vorhandenen Kunden

Wenn man die obigen Versprechungen sieht, ist es kein Wunder, dass die Opfer irgendwann ihre Faksimiles auch loswerden wollen. In diesem Fall greift eine weitere Masche, die sich gerade unter Einbeziehung zusätzlicher Firmen und Berater immer weiter treiben lässt. Den Betrogenen wird vorgetäuscht, dass es tatsächlich Interessenten für die komplette Büchersammlung gibt. Natürlich hat die Sache aber wieder einen Haken. Die Pseudokunden erwarten noch zusätzlich spezielle Faksimiles, die der Medienberater glücklicherweise im Angebot hat. Leider stellen die Senioren meist nicht in Frage, warum ein Interessent noch irgendwelche Zusatzforderungen stellen sollte. Ein solches Gebaren ist völlig unüblich. Der Kunde könnte die Buchsammlung einfach erwerben und sich das letzte fehlende Buch dann von der Firma des Vertreters zukaufen, also warum solche Umwege?

Mit einer ähnlichen Masche wird Hilfe beim Verkauf angeboten. Dafür sollen die Opfer aber, als kleine Gegenleistung, dem Medienberater zumindest ein weiteres Faksimile abnehmen, damit er nicht ganz umsonst gekommen ist. Versprochene Kunden oder Verkaufshilfen melden sich natürlich nicht. Aber der nächste Anrufer hat einen guten Angriffspunkt, um wieder einen Vertreterbesuch unter falschem Vorwand zu initiieren.

Der vorgetäuschte finanzielle Verlust

Wenn die Kunden immer noch nicht auf die Angebote eingehen wollen, wird gern auch mit härteren Bandagen gekämpft. Manche Vertreter drohen mit großen finanziellen Verlusten, wenn nicht die aktuell beworbenen Faksimiles zugekauft werden. Andere behaupten gar, dass man mit einem vorherigen Vertrag ein Abonnement eingegangen und nun zur Abnahme weiterer Bücher verpflichtet ist. Hier werden gar Konventionalstrafen und Gerichtsprozesse mit weiteren Kosten angedroht.

Bei einer weiteren fiesen Variante spielt sich der Verkäufer als helfender Samariter auf. Wenn der Kunde schon eine Reihe von Faksimiles verschiedener Firmen erworben hat, wird ihm vom Hausierer offeriert, dass er zumindest zum Teil Betrügern aufgesessen ist, die ihm minderwertige Ware verkauft haben. Den entstandenen Verlust könnte man durch den Nachkauf eines besonders teuren Faksimiles aber wieder ausgleichen. Da die Opfer sich in den meisten Fällen nicht eingestehen wollen, große Geldsummen sinnlos verjubelt zu haben, greifen sie nach jedem Strohhalm. Auch unsere Verwandten waren sich sicher, dass mit dem letzten großen Kauf nun endlich alles gut wird. Dass man einen entstandenen Verlust nur sehr selten mit noch höheren Geldausgaben wieder ungeschehen machen kann, bedenken die Betrogenen nicht.

Zeitdruck und Mitleidsmasche

Beim genauen Durchlesen der Verträge würden die Opfer feststellen, dass viele der getroffenen Aussagen und Versprechungen sich hier nicht wiederfinden und der Vertragstext diesen manchmal sogar komplett widerspricht. Um dies zu vermeiden, bauen die angeblichen Berater gern Zeitdruck auf. Sie haben noch andere Termine, die Firma rechnet ihnen nur eine Stunde pro Kunde an etc. Außerdem wird bei Kaufunwilligen immer wieder die Mitleidskarte gespielt. Der arme Hausierer ist auf eigene Kosten hergekommen. Er hat also Auslagen gehabt, die ihm niemand ersetzt, wenn er keinen Kaufabschluss vorweisen kann. Die Opfer sollen doch einfach schnell den Vertrag unterschreiben, sie hätten ja sowieso ein 14-tägiges Widerrufsrecht bei Haustürverträgen.

Letzteres stimmt soweit, aber es ist trotzdem gefährlich, einfach Verträge unter Zeitdruck oder nur um jemanden einen Gefallen zu tun zu unterschreiben. Und bei fünfstelligen Summen sollte der Spaß eigentlich sowieso aufhören. Es können so viele Dinge im Nachhinein noch schiefgehen. Da sich immer wieder andere Firmen und Vertreter vorstellen, verlieren die Betrogenen völlig den Überblick, sie werden krank oder vergessen den Widerruf schlechthin. Ihnen wird eine falsche Rücksendeadresse gegeben oder der Widerrufsprozess völlig falsch erklärt. In unserem Fall sollte der Betrogene einfach den Schriebs mit dem Widerruf in das erhaltene Paket stecken und dieses zurückschicken. Die Firma nahm Pakete aber grundsätzlich nur nach vorherigem Eingang eines schriftlichen Widerrufs an. Das Faksimile reiste also zigmal hin und her und am Ende war die 2-Wochen-Frist abgelaufen.

Außerdem gibt es noch weitere Fallstricke, denn nicht alle Haustürgeschäfte können widerrufen werden. Neuerdings werden einige Verträge mit der Klausel der Anfertigung nach Kundenspezifikation versehen, die ein Widerrufsrecht grundsätzlich ausschließen. Dazu braucht man den Opfern z. B. nur eine Personalisierung ihrer gekauften Werke aufschwatzen, die auch noch andere Nachteile hat (siehe oben). Letzten Endes entstehen aber schon durch die Rücksendung immer zusätzliche Kosten, die man sich eigentlich ersparen kann, wenn man keine Verträge für Produkte eingeht, die man überhaupt nicht haben will.

Wenn alles nicht wirkt

Manche ganz abgebrühte Subjekte schrecken auch vor Beleidigungen und aggressiven Nötigungen nicht zurück. So gab es schon Fälle, in denen sich Senioren von den Hausierern sagen lassen mussten, dass sie geizig und egoistisch wären und für ihre Kinder und Enkel gar nichts übrig hätten. Wenn sie entsprechende Informationen bereits abgegriffen haben, dann rechnet der Verkäufer auch vor, dass von der Rente noch genug Geld für ein Faksimile übrig ist. Die Rentner sollten sich doch schämen, wenn sie das Geld auf der Bank verkommen lassen und der Inflation preisgeben würden. Dass sie mit ihrem Geld hier nur eine Abzockfirma füttern und es stattdessen lieber Hilfsbedürftigen spenden könnten, bleibt natürlich unerwähnt.

Mitunter werden die Rentner und ihre Familienangehörigen als dumm hingestellt, wenn sie sich ein derartig gutes Angebot durch die Lappen gehen lassen. Dem Sohn eines Opfers wurde z. B. vom Medienberater am Telefon eine mangelhafte oder gar nicht vorhandene Bildung diagnostiziert. Im schlimmsten Fall bauen die ach so netten Vertreter psychischen Druck auf und nötigen die Opfer aggressiv zu einer Unterschrift oder sie weigern sich gar vehement, die Wohnung zu verlassen. Ein entsprechendes Beispiel wird hier geschildert.

Angesichts all dieser Methoden ist es nicht verwunderlich, dass die alten Leutchen immer wieder einknicken, selbst wenn sie sich fest vorgenommen haben, standhaft zu bleiben und nichts zu kaufen. Leider gibt es für all diese Praktiken keinerlei vor Gericht belegbare Beweise, und am Ende steht meistens Aussage gegen Aussage. Wie abgebrüht und skrupellos muss ein Verkäufer sein, um Senioren derartig zu betrügen, zu beleidigen und zu bedrängen? Oder wie hoch muss der durch die Firma ausgeübte Druck auf die Angestellten sein, dass sie so verzweifelt sind und zu solch unlauteren Mitteln greifen müssen?

Bis zur Schmerzgrenze und darüber hinaus

Mit einem Kauf oder Vertreterbesuch ist es leider meistens nicht getan. Haben die Opfer ein Faksimile bei einer der Firmen erworben, dann werden sie fortan ständig von Hausierern desselben oder eines anderen Unternehmens heimgesucht. Besonders die o. g. Masche mit den angeblichen Kunden bietet die Möglichkeit, immer wieder neue Vertreter unter falschem Vorwand in die Wohnung der Opfer zu schicken. Ältere Leute werden aber auch häufig redselig und geben im Gespräch zu viele private Informationen preis. Damit bieten sie zusätzliche Angriffspunkte, und schon bald melden sich weitere dubiose Firmen mit maßgeschneiderten Abzockangeboten.

Es ist ein Teufelskreis, aus dem die Opfer nur selten allein wieder herauskommen. Manch einer ahnt zwar, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht, aber je mehr Geld geflossen ist, desto weniger ist man bereit, sich einzugestehen, dass man wiederholt Betrügern auf den Leim gegangen ist. Bei manchem Betrogenen stapeln sich schon Unmengen an meist noch unausgepackten Faksimiles auf dem Dachboden oder im Keller. Der Verkauf steht ja immer kurz bevor und dann ist man die ganzen Kisten sowieso wieder los.

Aber selbst wenn der Kunde zu verstehen gibt, dass ihm das Geld für weitere Neuanschaffungen fehlt, ist noch lange nicht Schluss. Die Hausierer schrecken auch nicht davor zurück, ungünstige Kreditverträge zu vermitteln und später dafür dann wieder Umschuldungen vornehmen zu lassen. Statt auf einem Buchschatz sitzen viele der Opfer am Ende auf minderwertigen Wälzern und einem riesigen Berg von Schulden (siehe Beispiele in den Quellen).

Die Anschlussmasche mit der teuren Verkaufshilfe

Wie vielen anderen wurden unseren Verwandten die ständigen Käufe irgendwann zu viel. Sie gaben den Vertretern gegenüber zu verstehen, dass sie keine weiteren Bücher mehr erwerben und endlich ihre Sammlung verkaufen wollen. Es meldeten sich weitere angeblich bereits bekannte und sehr renommierte Firmen, die beim Verkauf der Sammlung im Internet helfen wollten. Wenn man diese Firmen wie the-house-of-arts.de oder Kunsthaus Horizont allerdings recherchiert, stellt man fest, dass sie gerade neu gegründet wurden. Sie verfügen teilweise zum Vertragsabschluss noch nicht einmal über eine Website, teilweise nicht einmal über einen Handelsregistereintrag.

Die Vertreter dieser hochgradig unseriösen Unternehmen, hinter denen – wenig überraschend – wieder ehemalige Verkäufer der Buchmafia stecken, gehen ähnlich wie oben beschrieben vor. Sie lassen sich die Buchsammlung zeigen, stellen die Kaufpreise zusammen und wollen dann den gewünschten Verkaufspreis wissen. Dabei wird den Opfern aber suggeriert, dass die vermeintlich existierenden Kunden durchaus bereit sind, viel Geld zu investieren. Natürlich verlangen sie zunächst einen höheren Preis, weil sie für den ganzen Stress auch entlohnt werden wollen und die Bücher ja laut den Versprechungen auch an Wert zugelegt haben müssten. Je höher der genannte Preis, umso besser für die Abzocker, denn anhand dieses Wertes berechnet sich dann der Verkaufsanteil für die Firma. Analog zu seriösen Unternehmen im Internet verlangen sie hier 10-12%, allerdings – und hier ist der Haken – in Vorkasse.

Die Betrogenen haben meist wenig bis gar keine Interneterfahrung und wissen nicht, dass dies absolut unüblich ist. Bekannte seriöse Onlineplattformen verlangen keinerlei Geld im Voraus, sondern ziehen ihre Anteile erst nach einem zustande gekommenen Verkauf vom real erzielten Preis ab. Von den versprochenen Gewinnen geblendet, gegen die die Vermittlungsgebühr wie eine Lappalie wirkt, gehen die Betroffenen darauf ein und überweisen viel Geld für eine minimale Leistung. Wenn man sich die Verträge näher ansieht, dann wird nämlich nahezu gar nichts versprochen. Es werden weder vorhandene Kunden erwähnt, noch Hilfe mit verkaufsfördernden Maßnahmen wie Werbung geboten. Die Opfer zahlen nur für die Einstellung ihrer Werke in einen Onlinekatalog, den aber niemand kennt.

Deshalb ist es nahezu unmöglich, dass sich ein Käufer meldet, gerade weil man die Werke bei leichter zu findenden Faksimilespezialisten auch noch einzeln und günstiger erwerben kann. Die Aufnahme ist zudem immer auf einen gewissen Zeitraum begrenzt. Ist dieser abgelaufen, bietet man einen neuen Vertrag an, für den natürlich wieder eine Zahlung in Vorkasse fällig ist. Gleiches gilt, wenn das Opfer sich nach einer Weile erkundigt, warum denn die Buchsammlung noch nicht verkauft wurde. Es ist ziemlich offensichtlich, dass den Firmen bei solchen Vertragsmodellen gar nicht an einem schnellen Verkauf der Werke gelegen sein kann.

Noch mehr sinnlose Ausgaben

Der Begriff Buchmafia ist nicht umsonst gewählt, denn hier arbeitet ein ganzes Netzwerk an Firmen und Privatpersonen zusammen. Im Falle unserer Verwandten wurde sogar noch ein Gutachter vermittelt, der den Wert der Bücher feststellen und ihren Zustand dokumentieren sollte. Hierbei handelte es sich aber keinesfalls um einen unabhängigen Antiquar, der über Erfahrungen mit alten oder teuren Büchern verfügt und die Materialien und Eigenarten der betreffenden Schriften kennt. Es tauchte ein Fotograf und Journalist ohne jegliche betreffende Vorkenntnisse auf. Dieser tat nichts weiter, als die Kaufpreise aus den Verträgen zusammenzutragen, einen kurzen Blick auf die Faksimiles zu werfen und Fotos zu machen. Obwohl eigentlich ein Gutachten abgesprochen war, stellte er es nach mündlicher Absprache in Form eines Fotobuches zusammen, das die Opfer vermeintlichen Kunden präsentieren könnten.

Jemand, der mit Onlineplattformen vertraut ist, fragt sich hier natürlich, wozu man beim Einstellen auf einer Website noch ein gedrucktes Fotobuch benötigt. Warum stellt man stattdessen nicht einfach professionelle digitale Fotos zum Hochladen für die Angebote zur Verfügung? Unsere Verwandten gingen in ihrem verzweifelten Wunsch, die Bücher endlich loszuwerden aber auch darauf ein. Bei dem entstandenen „Gutachten“ wurde zu allem Überfluss auch noch wenig Mühe an den Tag gelegt. Neben ganz offensichtlichen sachlichen Fehlern bei der Auflistung waren die Texte zum großen Teil einfach nur aus dem Internet zusammenkopiert. Ja, selbst einige der Bilder hatten eine frappierende Ähnlichkeit mit lizenzierten Fotos von Antiquitätenhändlern. Einzige für einen Laien feststellbare Unterschiede waren Farbnuancen und die nicht vorhandenen Wasserzeichen.

Glück im Unglück für unsere Verwandten. Als sie das Geld für das Auktionshaus überweisen wollten, wurde eine Sparkassenangestellte aufmerksam. Diese kannte die Betrugsmasche zum Glück schon und informierte die Kinder über ihren Verdacht. Erst dadurch kam die ganze Geschichte letztendlich heraus. So konnte aber zumindest dieser Vertrag und der für die Bezahlung bereits aufgeschwatzte Privatkredit rückgängig gemacht werden. Leider hatten die Betroffenen im Anschluss trotzdem keine Ruhe, denn es begann ein wahrer Telefonterror. Immer wieder meldeten sich neue Firmen, die die Büchersammlung verkaufen wollten. Es handelte sich dabei samt und sonders um unbekannte Unternehmen, die immer eine Bezahlung im Voraus verlangten, obwohl angeblich bereits interessierte Kunden existierten. Und weil sich die Opfer am Telefon nicht mehr bequatschen ließen, tauchten später sogar Betrüger ohne Anmeldung an der Haustür auf, um sie ohne jeglichen Vertrag zu einer Überweisung in Vorkasse zu überreden.

Was kann man als Betroffener tun?

Gegen immer neue Betrugsmaschen gerade an älteren Menschen müsste eigentlich der Staat effektiver vorgehen. Gerade wenn in großem Stil Verträge mit falschen Versprechungen oder unter Ausnutzung der Unerfahrenheit und Gutgläubigkeit der Senioren geschlossen werden. Es kann nicht angehen, dass solch betrügerische Firmen ihre Maschen auch nach über zehn Jahren noch ungehindert fortsetzen können. Sie richten zusammengerechnet Schäden in Millionenhöhe an, während es die Betroffenen unglaublich schwer haben, ihr Geld zurückzubekommen. Bei polizeibekannten Betrugsmaschen sollte es doch eigentlich ein Leichtes sein, die Übeltäter dingfest zu machen und ihre Netzwerke aufzulösen.

Leider dürfen die genannten Firmen trotz offizieller Warnungen und z. T. bereits erfolgter Verurteilungen ihr Geschäft immer noch weiterführen. Bis sich also etwas tut, ist jeder selbst gefragt. Macht eure älteren Verwandten auf diese Betrugsmasche aufmerksam, gerade wenn sie früher bekanntermaßen Kunden von Club Bertelsmann waren. Und seht euch aufmerksam um, ob sich vielleicht irgendwo in der Wohnung schon merkwürdige Kisten stapeln.

Den Senioren sollte klargemacht werden, dass KEINE seriöse Firma ihre Kunden einfach anruft, um ihnen etwas Gutes zu tun. Firmen verfolgen immer irgendwelche Geschäftsinteressen. Gerade wenn der Anrufende sich erstaunlich gut mit den eigenen Besitztümern oder Verträgen auskennt, man mit ihm und seinem Arbeitgeber aber noch nie Kontakt hatte, sollte man sich nicht einwickeln lassen. Hier stecken immer Betrüger oder Geschäftemacher dahinter, die nur Zugang zur Wohnung wollen. Auch Hausbesuche werden nicht ohne Grund von Ablesefirmen etc. immer vorher per Brief angekündigt. Wer unangemeldet vor der Haustür steht, egal welche tollen Angebote er zu machen hat, ist in der Regel ein Gauner.

Wenn ständig Fremde an der Wohnungstür klingeln, lohnt es sich, Briefkasten, Klingel und auch die Hauswände und den Bordstein näher unter die Lupe zu sehen. Trickbetrüger verwenden wie auch Einbrecher mitunter unauffällige Zeichen, sogenannte Gaunerzinken (siehe hier), um lohnende Objekte zu markieren. So gibt es zum Beispiel auch spezielle Symbole, die auf leicht zu beeinflussende alte Leute hinweisen. Mancherorts warnt die Polizei bereits zu besonderer Wachsamkeit und bittet um sofortige Meldung derartiger Markierungen.

Sollten bereits Verträge geschlossen worden und die Widerrufsfrist abgelaufen sein, hilft nur eine Ermittlung des realen Wertes der Bücher und ein Gang zum Anwalt. Gerade bei offensichtlich überteuerten Preisen und minderwertigen Faksimiles besteht eine reelle Chance, das Geld zurückzubekommen.

Wer gerade teure Bücher veräußern will, muss unbedingt selbst tätig werden und darf sich nicht auf Fremde verlassen, auch wenn deren Firmennamen vielleicht bekannt klingen und sie sich als Nachfolger des Clubs Bertelsmann oder einer anderen Firma vorstellen. Der richtige Weg ist der Gang zum nächsten antiquarischen Buchhändler. Alternativ sollten internetaffine Familienmitglieder zu Rate gezogen werden, die die Faksimiles über seriöse Onlineplattformen zum Verkauf anbieten können. Da es aber genug schwarze Schafe gibt, empfiehlt sich eine Überprüfung bei einem fachkundigen Antiquar. Diese kostet zwar wieder Geld, aber man kann sich danach wenigstens sicher sein, keine Fälschungen weiterzuverkaufen.

Quellen

N-TV – Bericht über die Studie der Universität von Kalifornien zur Vertrauensseligkeit im Alter
Wikipedia – Artikel zum Club Bertelsmann
Buchreport – Wertlose Wertanlage? (Artikel zur von „akte“ aufgedeckten Abzocke durch immediaONE-Mitarbeiter)
ImmediaOne – FAQ mit Warnhinweisen
BRF1 Radio – Verbrauchertipp: Abzocke mit überteuerten Büchern als Wertanlage
Sächsische.de – Betrugsmasche: Wertlose Bücher als Geldanlage
Verbraucherdienst e.V. – Erfahrungen einer Verbraucherin mit der NSW Exklusiv GmbH
Polizei Bayern – Kaufangebot für Lexikotheken – Polizei warnt erneut vor Betrugsmasche
Reddit – Bericht eines Enkels über diese Abzockmasche, die zu einer hohen Verschuldung seiner Oma führte
Frag-einen-Anwalt – Geschilderter Fall, in dem auch einige der aggressiven Verkaufspraktiken beleuchtet werden
Polizei Sachsen – Polizeibericht: Zwei Verdächtige nach versuchtem Bücher-Betrug in Untersuchungshaft
SDK Schneider, Droll und Kollegen – Artikel der Anwaltskanzlei, die seit 2017 bereits 1500 Fälle von Faksimile-Abzocke betreut

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