Dick- und Krankmacher Isoglukose

Sirup tropft in Giftmülltonne
Isoglukosesirup aus der Giftmülltonne (Urheber Siruplöffel: flo222 Quelle: Pixabay), Urheber Fässer: ar130405 Quelle: Pixabay), Gesamtbildkomposition: GehtSoGarNicht)

Bei Isoglukose handelt es sich um Zucker, der aus Mais-, Kartoffel- oder auch Weizenstärke hergestellt wird. Häufig werden hierfür die Begriffe Fruktose-Glukose-Sirup bzw. Glukose-Fruktose-Sirup (je nachdem, welcher Anteil überwiegt) verwendet. Die ebenfalls übliche Bezeichnung Maissirup zeigt an, dass Mais der Ausgangsstoff ist.

Sirup tropft in Giftmülltonne
Isoglukosesirup aus der Giftmülltonne
(Urheber Siruplöffel: flo222 Quelle: Pixabay,
Urheber Fässer: ar130405 Quelle: Pixabay,
Gesamtbildkomposition: GehtSoGarNicht)
Warum auf einmal Isoglukose?

Isoglukose wird in den USA schon seit den 1970er Jahren unter dem Namen High-Fructose Corn Sirup (HFCS) vermarktet. In Deutschland ist sie ein relativ neues Problem, da bis zum Herbst 2017 EU-weit Mengenbegrenzungen und hohe Zölle den Absatz von Zucker und Süßungsmitteln regulierten. Im Zuge des trans­atlan­tischen Frei­handels­abkommens (TTIP) wurden aber die europäische Agrar­politik und der Zuckermarkt neu geregelt, wobei auch die alten Beschränkungen aufgehoben wurden.

Isoglukose lässt sich schneller produzieren als herkömmlicher Zucker und ist deshalb vergleichsweise günstig. Beim Herstellungsprozess wird ein Teil der Glukose zu Fruktose umgewandelt, die eine höhere Süßkraft hat. Da man mit einer kleineren Menge die gleiche Süße erreichen kann, ergeben sich größere Gewinnspannen für die Lebensmittelproduzenten. Außerdem kristallisiert der Sirup im Vergleich zum Haushaltszucker nicht aus, was zu einer verbesserten Konsistenz des Endproduktes führt.

Aufgrund dieser Vorteile wird er seit der Freigabe in immer mehr Produkten eingesetzt, so z. B. in Joghurts, Eiscreme, Puddings und anderen Milchspeisen, in Fertigsaucen, Süßgetränken, Keksen, Kuchen und Fruchtgummis, ja sogar in Brot und Brötchen.

Ist Fruchtzucker wirklich gesünder als Haushaltszucker?

Schon seit der frühen Kindheit lernen wir, dass Obst gesund ist, und man liest und hört auch heutzutage immer wieder, dass man bis zu fünfmal am Tag Obst essen soll. Sprüche wie „Ein Apfel am Tag, Arzt gespart!“ (an apple a day keeps the doctor away) kennen wir doch alle. Da normaler Industriezucker aus Zuckerrüben (er besteht zu je 50 % aus Glukose und Fruktose) ohnehin einen schlechten Ruf hat, liegt also die Vermutung nahe, der Sirup mit erhöhtem Fruktoseanteil wäre gesünder. Das stimmt aber so in der Regel nicht, denn gerade der Fruchtzucker des Obstes hat es in sich und bei Isoglukose liegt er in einer hochkonzentrierten Form vor. Außerdem fehlen bei diesem industriell gefertigten Erzeugnis wichtige Nähr- und Ballaststoffe des Obstes, welche die Zuckeraufnahme und -verstoffwechslung entsprechend verlangsamen würden.

Der übermäßige Konsum von Fruktose verursacht (wie bei anderen Zuckerarten auch) Übergewicht, Bluthochdruck und andere Krankheiten. Außerdem besteht der Verdacht, dass sich Krebszellen von Fruktose „ernähren“. Hinzu kommt, dass Fruchtzucker – stark vereinfacht beschrieben – die Purinsynthese steigert und gleichzeitig die Harnsäureausscheidung über die Nieren hemmt, was zu einer erhöhten Harnsäurekonzentration im Körper führt. Diese wiederum kann Krankheiten wie Gicht auslösen. Anhand einer umfangreichen Studie von 2008 konnte belegt werden, dass schon ein fruktosehaltiges Süßgetränk pro Tag bei einem gesunden Menschen das Gichtrisiko um 45 % erhöht.

Einzig für Diabetiker ist eine fruktoselastige Zuckervariante tatsächlich verträglicher, denn Fruktose wird weitgehend insulinunabhängig verstoffwechselt. Allerdings wird bei Isoglukose wieder die hohe Konzentration zum Problem, sodass auch Zuckerkranke lieber alternativ zu Obst greifen sollten.

Fazit

Wer sich beim Einkaufen die Zutatenliste genauer anschaut und auf die eingangs genannten Begriffe achtet, kann auf Isoglukose bewusst verzichten. Es ist erschreckend, in wie vielen Lebensmitteln bereits Fruktose-Glukose-Sirup enthalten ist. Ich habe aber zum Beispiel bei Joghurt festgestellt, dass gerade bei Markenprodukten auf die billige Sirupvariante zurückgegriffen wird, wogegen die günstigeren Hausmarken der Supermärkte und Discounter bisweilen weiterhin Industriezucker beinhalten. Wer also nicht auf seinen Fruchtjoghurt verzichten will, kann hier nicht nur die Isoglukose umgehen, sondern auch noch Geld sparen. Alternativ kann man aber auch Naturjoghurt kaufen und diesen mit Fruchtstückchen und Marmelade (aber bitte ohne Fruktose-Glukose-Sirup) verfeinern.

Quellen

Apotheken-Umschau – Wie viel Obst ist gesund?
Ärztezeitung – Artikel zum Thema Isoglukose
Deutsche Apotheker Zeitung – Artikel zu den negativen Effekten von Fruktose
Zentrum der Gesundheit – Artikel zu natürlicher und industrieller Fruktose

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